
Sehr geehrte Damen und Herren
Die Helvetia Patria Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von CHF 92.4 Mio. erzielt. Dieser Gewinn ist besonders bemerkenswert, weil im Vorjahr zum ersten Mal in der Geschichte ein Verlust ausgewiesen werden musste. Die rasche und deutliche Wende wurde ermöglicht durch operative Stärke und ein positives Anlageergebnis. Der Generalversammlung wird eine Dividende von CHF 4.00 pro Aktie beantragt.
Hohes Prämienwachstum
Das Prämienvolumen entwickelte sich auch im vergangenen Jahr erfreulich und ist Beweis für das Vertrauen, welches unsere Kunden der Helvetia Patria entgegenbringen. Die Prämieneinnahmen stiegen um 5 Prozent und erreichten CHF 5 393 Mio. Das Lebengeschäft war von einer zurückhaltenden Zeichnungspolitik im schweizerischen Kollektivgeschäft beeinflusst, da dieses Geschäft nach wie vor eine ungenügende Rentabilität erzielt. Obwohl der Gesetzgeber den Mindestzins reduzierte, entsprechen einzelne Parameter im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge nach wie vor nicht der Realität. Für 2004 haben wir Massnahmen ergriffen, um die Profitabilität dieser Sparte zu erhöhen. Im Nicht-Lebengeschäft konnten dank Sanierungsmassnahmen die Portefeuille-Qualität erhöht und die Combined Ratio
(Summe aus Schaden- und Kostensatz
) weiter reduziert werden. Auch war es möglich, risikoadäquate Tarife durchzusetzen. Zudem blieb Europa im Gegensatz zum Vorjahr von grossen Elementarschäden weitgehend verschont, so dass sich das technische Ergebnis im Nicht-Lebengeschäft deutlich verbesserte.
Die Portfolio-Zusammensetzung veränderte sich im vergangenen Jahr kaum: 59 Prozent der Prämieneinnahmen stammten aus dem Lebengeschäft (Vorjahr: 61 Prozent), 41 Prozent wurden im Nicht-Lebengeschäft erzielt (Vorjahr: 39 Prozent). Auch die geografische Zusammensetzung blieb praktisch unverändert: Während 62 Prozent der Prämien aus der Schweiz stammten (Vorjahr: 61 Prozent), konnten 38 Prozent im Ausland eingenommen werden.
Positives Anlageergebnis
Das Anlagegeschäft profitierte vom besseren Umfeld an den Finanzmärkten und steuerte einen wesentlichen Beitrag zum Gewinn bei. Die generell positive Entwicklung an den Kapitalmärkten erlaubte Gewinnrealisierungen, und im Gegensatz zu 2002 waren viel geringere Abschreibungen notwendig. Der Bestand an Kapitalanlagen erhöhte sich um 7.1 Prozent auf CHF 25.5 Mia., wobei eine Verlagerung von Aktien zu festverzinslichen Wertpapieren erfolgte. Der Nachteil niedriger Renditen wird durch einen planbaren, konstanten Mittelzufluss der Zinserträge sowie tiefere Risiken mehr als wettgemacht.
Unternehmensstrategie 2004 bis 2006
Auf allen Stufen wurden im vergangenen Jahr betriebliche Anstrengungen unternommen, um die hoch gesteckten Unternehmensziele zu erreichen. Im Rahmen der periodischen Überprüfung der Geschäftsstrategie wurde im letzten Sommer vom Verwaltungsrat eine neue Unternehmensstrategie verabschiedet, welche unsere Geschäftspolitik bis ins Jahr 2006 umschreibt. Eine konsequente Fokussierung auf unsere Kernkompetenzen und eine strenge finanzielle Führung werden erlauben, die Ertragskraft nachhaltig zu stärken.
Verwaltungsrat
Nachdem unser Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Merz im vergangenen Dezember in den schweizerischen Bundesrat gewählt worden ist, entschloss sich der Verwaltungsrat, bis zur Bestimmung eines neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung beide Funktionen in einer Person zusammenzufassen, und ernannte mich zu seinem Präsidenten. Um auch weiterhin eine gute Corporate Governance zu gewährleisten, wurde im Februar 2004 die Funktion eines Lead Directors geschaffen, welcher zusätzliche Überwachungsaufgaben übernimmt.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Die Rahmenbedingungen für die Versicherungswirtschaft verbessern sich zunehmend, und eine Erholung der weltweiten Konjunktur zeichnet sich ab. Im Lebensversicherungsgeschäft erwarten wir eine mässige, aber nachhaltige Ausweitung des Geschäftsvolumens. Einerseits werden Einzelleben-Produkte innerhalb der Altersvorsorge weiterhin eine wichtige Funktion ausüben, andererseits wird die Helvetia Patria im für sie wichtigen schweizerischen Kollektivgeschäft auch künftig ein zuverlässiger und solider Partner sein, soweit dies die regulatorischen Rahmenbedingungen zulassen. Auch im Nicht-Lebengeschäft wird die erwartete Wirtschaftsentwicklung zu einer – allerdings bescheideneren – Erhöhung des Prämienvolumens führen. In einzelnen Geschäftssparten sollten zudem weitere Prämienanpassungen möglich sein.
Bei den Kapitalanlagen steht nach wie vor der Bilanzschutz im Vordergrund. Obwohl sich das Umfeld an den Aktienmärkten verbessert hat, werden wir weiterhin an unserem konservativen Risk- und Asset-/Liability-Ansatz festhalten. Besondere Herausforderungen düften in der Entwicklung der Zinslandschaft sowie bei den Währungsrisiken liegen.
Eine strikte Ausrichtung auf die technischen Ergebnisse und die angepasste Risikoneigung im Finanzgeschäft werden dazu führen, dass die Helvetia Patria auch für das laufende Jahr ein solides Ertragspotenzial aufweist.
Im Namen des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Ich danke aber auch unseren Kunden und Geschäftspartnern für ihre Treue sowie unseren Aktionärinnen und Aktionären für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen. Dank einer kontinuierlichen Optimierung der Geschäftsprozesse, einer stetigen Kostenkontrolle sowie einer vorsichtigen Zeichnungspolitik ist die Helvetia Patria überzeugt, auch weiterhin ein nachhaltiges Prämienwachstum mit einem angemessenen Ertrag zu erwirtschaften.
Freundliche Grüsse
Erich Walser
Präsident des Verwaltungsrates
und Vorsitzender der Geschäftsleitung